Keine Angst, liebe Leserinnen und Leser, das ist kein Beitrag über meinen letzten Zoobesuch.
Allerdings drückt dieses Bild wahrscheinlich gut aus, wie die Gemütslage der Eltern ist, die gestern in meinem Vortrag in der Realschule waren.
Die Johannes-Scharrer-Realschule hatte zu einem Vortrag "Mein Kind bewirbt sich - Tipps und Ratschläge für Eltern" geladen. Die große Teilnehmerzahl war Zeichen dafür, dass insbesondere bei den Eltern der Neuntklässler großer Informationsbedarf im Hinblick auf die nun anstehenden Bewerbungen besteht.
Auf Nachfrage sagten einige Eltern, dass die eigene Bewerbung um einen Arbeitsplatz bereits mehr als 30 Jahre zurückliegt und man sich auch nicht wirklich mit den aktuell eingesetzten Auswahlverfahren auseinander gesetzt habe. Nun stellle sich allerdings die Frage "Wohin geht´s für den Nachwuchs?" oder auch "Wie sieht heute eine Bewerbung aus?". Diese Fragen habe ich den ca. 100 Anwesenden (Eltern und auch einige Schüler) ausführlich beantwortet. In den zwei Stunden wurden verschiedenste Themenblöcke präsentiert, aber auch intensiv diskutiert.
Eine der wichtigsten Phasen im Rahmen der Bewerbung ist in meinen Augen die Vorbereitung sowíe die Berufswahl an sich. Hier müssen sich die Schulabgänger intensiv informieren. Zum einen müssen Sie sich selber darüber klar werden, was sie nach der Schule machen wollen und inwieweit diese Vorhaben auch zur eigenen Persönlichkeit passt. Auf der anderen Seite müssen Informationen über Berufe gesammelt werden. Hierzu bieten sich insbesondere die Recherche im Internet oder auch das Anpacken im Rahmen eines Betriebspraktikums an. Ebenso sollten die Bewerber auch einen neutralen Blick auf die Profile in sozialen Medien wie Facebook oder SchülerVZ werfen. Schließlich sind auch die Arbeitgeber auf diesen Plattformen präsent und informieren sich auch über die Bewerber.
Das Verfassen einer Bewerbung sollten die Eltern natürlich ihren Kindern selber überlassen und nur im Notfall (Endlossätze, "erwachsene" Floskeln, Rechtschreibfehler) eingreifen. Nachdem ich die einzelnen Bestandteile einer Bewerbung (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Foto, Leistungsnachweise und die richtige Verpackung) vorgestellt hatte und hier und da ein paar Tipps platzieren konnte, wurde es auch für die Eltern Ernst: Es war Zeit für einen kleinen Einstellungstest, der aber im Team gut bewältigt wurde.
Die persönliche Vorstellung im Unternehmen bildete den Abschluss des gestrigen Abends. Das immer mehr in Mode kommende Verfahren "Assessment Center" und das eigentliche klassische Vorstellungsgespräch sind in meinen Augen die Krönung des Prozesses Bewerbung. Wichtig ist hier natürlich und möglichst korrekt beim Ausbilder anzukommen. Schließlich möchte man nicht 80.000 Stunden eine aufgesetzte Rolle im Betrieb spielen, sondern die Lebensarbeitzeit (50 Jahre x 200 Tage x 8 Stunden) sollte immer zum Ziel haben, Spaß bei der Arbeit zu haben.
Der ganze gestrige Abend war für mich hochinteressant. Insbesondere durch die Gespräche mit den Eltern bzw. durch ganz gezielte Rückfragen während des Vortrags bekommt man immer neue Eindrücke und Sichtweisen zu verschiedenen Themen vermittelt. So scheint momentan der Trend ganz klar in Richtung Online- bzw. E-Mailberwerbungen zu gehen. Allerdings gilt für mich auch dort der gleiche, hohe Qualitätsanspruch wie bei der schriftlichen Bewerbung.
Insgesamt ist der gesamte Themenkomplex sehr wichtig für mich. Insgesamt habe ich in diesem Jahr schon sechs Vorträge zum Thema "Assessment Center" in der Realschule und im Gymasium (einer folgt noch in der nächsten Woche) halten dürfen. Außerdem werden wir in diesem Jahr wieder Bewerbungsseminare für unsere jungen Kunden anbieten. Schließlich wird nur durch eine professionelle Bewerbung auch die Tür für eine finanziell sorgenfreie Zukunft gelegt. Allerdings darf man bei allem Engagement für diejenigen, die unmittelbar betroffen sich, nicht die Eltern vergessen, die ebenso vor der großen Aufgabe stehen, an der Zukunft ihrer "Sprösslinge" mitzuarbeiten ...